Alle Beiträge von christian.kurz

Lichtenberger Schachsommer Runde 2 und 3

In Runde zwei ergab sich nach 13 Zügen folgende Stellung der Sizilianischen Najdorf Variante:

Hier opferte ich mit gxh6 den Läufer auf h4, allerdings übersah ich in den folgenden Verwicklungen eine für mich günstige Abwicklung und musste dann noch eher um das Remis kämpfen…;)

Alle Partien sind in voller Länge auf der Seite des Lichtenberger Schachvereins einzusehen.

Heute erschien mein Gegner leider nicht zur Partie, so dass ich kampflos gewann und ich damit nun mit 2.5 aus 3 in die 4. Runde starte.

Lichtenberger Sommer

Das traditionsreicher Schachturnier Lichtenberger Schachsommer des SC Friesen Lichtenberg hat heute begonnen. Von den 226 Teilnehmern bin ich auf Platz 20 gesetzt.
Aktuelle Tabellen und Teilnehmerlisten sind unter: http://home.arcor.de/friesenschach/Lichtenberger_Sommer/LS_12/lichtenberger_sommer_2012.htm zu finden.

Die erste Runde begann ich mit einer Schwarzpartie. Nach 26 Zügen ergab sich folgende Stellung:

Mir fiel es schwer in die Partie hineinzufinden und so opferte ich im Mittelspiel bereits einen Bauern, um Spiel gegen den weißen König zu finden. Allerdings schwächte ich dabei auch die schwarzen Felder um meinen eigenen König, so dass ich schon ernsthaft mit dem Gedanken spielte das Remisangebot meines Gegners anzunehmen. Da ich aber unbedingt mit einem Sieg in das Turnier starten wollte spielte ich natürlich weiter.

10 Züge später ergab sich dann folgende Stellung mit Schwarz am Zug:

Schlage ich nun mit der Dame auf h3 , so spielt Weiß Db2 mit Doppelangriff gegen den Turm auf a3 und der Mattdrohung auf h8. Ich spielte daher 35. .. Txf3+ 36.Dxf3 Dxg5 und opferte daher die Qualität. Im weiteren Partieverlauf konnte ich mit meinem Dame – Läufer Tandem gegen den weißen König schönes Spiel erzielen und zwei Bauern gewinnen, so dass ich im 79. Zug meinen ersten Sieg in diesem Turnier verbuchen konnte. Etwas glücklich zwar, aber immerhin…;)

Erster Sieg in der Oberliga

Nachdem ich bei meinem neuen Verein, den SF Berlin, die erste Runde in der Oberliga pausierte und die zweite etwas seltsam verlor, konnte ich am vergangenen Sonntag gegen den SV Glückauf Rüdersdorf meinen ersten vollen Punkt einfahren.

Die Partie entschied sich allerdings schon nach 16 Zügen, als mein Gegner einen unklugen Springerrückzug ausführte und ich daraufhin eine Leichtfigur gewann:

Nach Sc6-e7 gewinnt der simple Bauernvorstoß d5-d6 eine Leichtfigur. Der Rest war eigentlich Sache der Technik, ich leistet mir jedoch noch einige größere und kleinere Ungenauigkeiten, so dass der erste volle Punkt erst nach 54 Zügen feststand:

Nach Ke4-e5 befindet sich Schwarz in Zugzwang. 1-0

Am gestrigen Donnerstag dann noch eine weitere Kuriosität:
In einem Pokalspiel (Betriebsschach, wobei ich für das Bezirksamt Tempelhof gemeldet bin) überschritt ich nach 51 Zügen die Zeit! Ich ging davon aus, dass mit 2h + 1h (oder 1/2h) für den Rest der Partie gespielt wird, allerdings standen für die gesamte Partie nur die anfänglichen 2h zur Verfügung.
Hier die Stellung:

Stellung nach Sh3-g5: Weiß kann keine Figur mehr ziehen, es droht vernichtend der Einschlag des Läufers auf h2. Allerdings Zeitüberschreitung meinerseits, somit: 1-0.

Partiennachlese von den BJEM – Teil 3

 

Weber – Hälterlein

1. e4 c5 2. d4 cxd4 3. c3


Das Morra-Gambit: Weiß schafft gleich zu Beginn der Partie eine
dynamische Stellung, indem er einen Bauern für Entwicklung und Initative
opfert

dxc3 4. Nxc3 Nc6 5. Nf3 d6 6. Bc4 e6 7. O-O Nf6 8. Qe2 Qc7

Schwarz verlässt hiermit die ausgetretenen Pfade der Theorie.  (8… Be7 9. Rd1 e5 10.
h3 O-O  wäre eine wohl sichere Fortsetzung aus schwarzer Sicht)

9. Nb5 Qb8 10. Rd1 a6 11. Nc3 Be7 12. Be3 b5 13. Bb3 O-O 14. Rac1 Bb7 15. Ne1

Spätestens nach diesem Rückzug des Springers auf die eigene Grundreihe wird klar: Weiß
hat sein Eröffnungsziel verfehlt und konnte seinen Entwicklungsvorsprung nicht
nutzen.

Ne5 (15… Na5) 16. f3 Ned7 17. g4

schwächt den eigenen Königsflügel, stattdessen wäre es wohl besser mit Sed3 den „verlorenen“ Springer zurück ins
Spiel zu bringen

Nc5 18. Bc2 Rd8 19. g5 Ne8 20. b4 Nd7 21. a3 Ne5 22. Bb3 Nd7 ??

hier stand der Springer doch gerade schon; der schwarze Vorteil hätte sich
mit Tc8 ausbauen lassen

23. f4 Nc7 24. Qh5 a5 25. Rd3

bereitet einen Turmschwenk nach h3 vor

axb4 26. axb4 Ra6 27. Bd4 Qa8

fast immer gilt: greift eine Seite auf einem Flügel an, so sollte man versuchen im Zentrum zu kontern.Schwarz sollte unbedingt mit d5! versuchen das Spiel für seine Läufer zu öffnen und so zu Gegenspiel zu kommen.

28. Rh3 Nf8 29. f5

Nun hat Weiß einen mächtigen Angriff

Ra1 verliert schon forciert

30. Nd5 Rxc1 Matt in 4 31. Nxe7+ Kh8 32. Bxg7+ Kxg7 33.
Qh6+ Kh8 34. Qf6# 1-0

 

Eine schöne Abschlusskombination. Weiß opferte in der Eröffnung einen Bauern, konnte aber keine gefährliche Initative aufbauen, so dass zunächst Schwarz ein positionelles Übergewicht erhielt. Nach einigen ungenauen Zügen konnte Daniel aber eine mächtige Angriffsstellung aufbauen und die Partie im Mattangriff für sich entscheiden.

Partiennachlese von den BJEM – Teil 2

Im zweiten Teil möchte ich euch eine Partie von Lea vorstellen, von der wir im Folgenden eine Musterpartie für das Colle-System sehen werden.

Alsheimer, Lea – Wheeler, Sara

1. d4 Nf6 2. e3 legt sich für meinen Geschmack zu früh fest. Da der Springer von g1 sowieso immer nach f3 ziehen wird, ist es sinnvoll dies zuerst zu tun, um flexibler zu bleiben und noch mit einer Entwicklung des Läufers entlang der Diagonale c1-h6 zu „drohen“.

e6 3. Nf3 d5 sicher durchaus spielbar. Ich persönlich bevorzuge einen Aufbau mit d6, um so dem weißen Springer das Feld e5 zu nehmen und das weiße Spiel auszubremsen.

4. Bd3 Nc6 in Vebindung mit b6 sicherlich ein Fehler. Schwarz sollte sich „normal“ mit c5, Sc6, b6, Lb7, Le7 und 0-0 aufbauen. Im Folgenden sieht es so aus, als würde Schwarz Schwierigkeiten damit haben einen Plan zu finden und Gegenspiel zu organisieren.

5. b3 b6 6. Bb2 Bb7 7.O-O Bd6 8. Ne5 O-O 9. f4 Qe7 10. Nd2 Rfe8 11. Rf3 Nb4 12. Be2 Red8 dem erneuten Ziehen des Turmes ist der Zug c5 vorzuziehen, um ein Gegenspiel am Damenflügel zu organisieren.

13. a3 Nc6 14. Bd3 Ne4

Das folgende taktische Geplänkel erweist sich als günstig für Weiß. Allerdings ist die Stellung ohnehin schon schwierig, da Weiß mittels Th3 einen starken Angriff einzuleiten drohte.

15. Nxe4 dxe4 16. Bxe4 Nxe5 17. Bxh7+ Kxh7 18. Rh3+ Kg8 19. dxe5 Bc5 verliert forciert. Die letzte Chance von Schwarz ist Lxe5 20.Dh5 f6

20. Qh5 f6 21. exf6 Qf8 erlaubt ein schönes Matt

22. f7+ Qxf7 23. Qh8# 1-0

Partiennachlese von den BJEM – Teil 1

In den kommenden Tagen möchte ich hier jeweils eine Partie von unseren Teilnehmern bei den Bayerischen Jugendeinzelmeisterschaften vorstellen und kommentieren.

Anfangen möchte ich mit unserer jüngsten Teilnehmerin Carolin Böse, die ein tolles Turnier spielte und den 4. Platz erreichte.

Weiss – Böse,C

1. e4 e5 2. Nf3 Nf6 Carolin wählt die Russische Verteidigung

3. d3 Weiß ist offensichtlich überrascht oder schlecht vorbereitet, auf jeden Fall wirkt 3.d3 nicht sehr ambitioniert

Bc5?! Ein zumindest zweifelhafter Zug, der den Bauern e5 kosten wird. Wir werden sehen, ob Schwarz genung Kompensation hat. Laut meiner Datenbank hat Schwarz dies nicht, zudem wurde der Zug noch nie von einem Spieler über 2300 angewandt. Grund genug das nächste Mal vielleicht eine andere Variante anzuwenden.

4. Nxe5 Nc6 5. Nxc6 dxc6 6. Bg5 ?? Der Grund der weißen Probleme. Nach 6.Le2 hat Weiß erstmal einen Bauern mehr und ich sehe nicht wie Schwarz Drohungen aufstellen soll.

h6 ?? Carolin übersieht hier die tolle taktische Möglichkeit 6. … Sxe4 7.Lxd8 Lxf2+ 8. Ke2 und nun Lg4 mit Matt

7. Bf4 Nach Le3 steht es annähernd ausgeglichen Nxe4 Ein schöner taktischer Schlag, den die Gegnerin anscheinend nicht auf der Rechnung hatte, allerdings muss Weiß das Opfer nicht annehmen, sondern sollte besser zäh mit 8.De2 verteidigen.

8. dxe4 Bxf2+

9. Kxf2 Auch nach Ke2 Lg4+ verliert Weiß die Dame. Den Rest trägt Carolin souverän vor. Qxd1 10. Be2 Qxh1 11. Bc4 Be6 12. Bxe6 fxe6 13. Bxc7 Rf8+ 14. Kg3 Kd7 15. Be5 Qe1+ 16. Kh3 g5 17. Bg7 Qh4# 0-1

Eine tollte Kurzpartie mit interessanten taktischen Motiven. Carolin`s Plan einen Bauern herzugeben und die Gegnerin auf unbekanntes Terrain zu locken ging voll auf. Allerdings ist das Bauernopfer höchst spekulativ und sollte, wenn überhaupt, als einmalige „Wunderwaffe“ angewandt werden, denn Weiß kann die schwarzen Drohungen sicher mit 6.Le2 abwehren.

Es läuft!

Eine Partie gegen Christian Schatz zu spielen ist immer ein aufregendes und freudiges Spektakel. So trifft man diesen Schachfreund, manch einer würde ihn sogar als Schachprofi bezeichnen, meist ausgelassen und entspannt am Schachbrett an und kann sich sicher sein, auch noch nach Beendigung der Partie die eine oder andere Anekdote von Schachfreund Schatz erzählt zu bekommen. Schachlich hat Christian Schatz in letzter Zeit vor allem dadurch von sich Reden gemacht, dass er neben seiner regen Teilnahme an den Ramada-Qualifikationsturnieren auch jüngst den Titel des CM (Candidate Master) errungen hat, von denen es laut Wikipedia im Moment nur 19 in Deutschland gibt. Zum Vergleich: 71 GM (davon 11 WGM), 187 IM (davon 25 WIM) und 537 FM (davon 36 WFM).

Ich ging daher mit gemischten Gefühlen in unsere Partie, wollte meinen Gegner aber doch vor die eine oder andere Herausfoderung stellen und es entwickelte sich folgende Partie:

Schatz – Kurz

1. c4 Nf6 2. Nc3 g6 3. g3 Bg7 4. Bg2 O-O 5. d4 d6 6. Nf3 Na6

In meiner Vorbereitung bemerkte ich, dass CM Schatz ein sehr „einseitiges“ Repertoire anwendet: Meist strebt er eine englische oder katalanische Eröffnungsstellung an und entscheidet dann mehr oder weniger willkürlich (so kam es mir jedenfalls vor), ob er den Bauern nach d4 stellt oder eher den „english-style“ mit d3 und c4 spielt…Mein 6. Zug Sa6 sieht auf den ersten Blick natürlich wie ein Kinderzug aus, so lernte selbst ich bereits in jungen Jahren: „Springer am Rand, Kummer und Schand!“ Doch so einfach und dogmatisch ist es natürlich, wie immer, nicht: Erstens „wirft“ mein Zug meinen Gegner in gewisser Weise aus dem Buch (sollte er den eines über die Englische/Katalanische Eröffnung besitzen) und zweitens wird bald c5 folgen, so dass der schwarze Springer entweder auf c5 wiedernehmen kann oder mittels Sa6-c7 den Vorstoß b7-b5 unterstüzt.

7. O-O c5 8. b3 Bd7 9. Bb2 Rb8 10. a4 Nb4 11. Qd2 Bf5

Die Eröffnungsphase kann als abgeschlossen betrachtet werden und Schwarz kann mit dem Verlauf zufrieden sein. Weder bin ich eine gefährliche Theorievariante geraten, noch macht Weiß von seinem Anzugsrecht Gebrauch und bemüht sich um einen Funken Initiative. Stattdessen gefällt mir Schwarz hier schon einen Tick besser, da Weiß mit a2-a4 seinen Damenflügel strukturell entwertete und nun erstmal der plumpe Bauernraub mittels Lf5-c2 droht. Auch der Randspringer hat eine glänzende Karriere gemacht, wird im nächsten Zug aber nach c6 ziehen (ja ich weiß, dort hätte er von Anfang an hin gehört…), um dann mittels Sa5 den Bauern b3 zu belagern.

12. Rac1 Nc6 13. d5 Na5 14. Qd1 Bh6 15. e3 Qb6 16. Nd2 Bd3 17. Re1 Nxc4 18. Nxc4 Bxc4 19. bxc4 Qxb2

In den letzten Zügen fiel ich über den strukturell schwachen weißen Damenflügel her und konnte dabei fast forciert einen Bauern gewinnen. Ein zweiter (a4) wird bald folgen, so dass Weiß nun auf Königsangriff spielt, um das Blatt noch zu wenden. Spannung!

20. Qd3 Nd7 21. f4 Bg7 22. Ne4 Qb4 23. Rb1 Qxa4 24. Rb3 Qa5 25. Reb1 Qc7 26. h4 a6 27. h5 Rfc8 28. hxg6 hxg6 29. f5 Ne5 30. Qe2 gxf5 31. Ng5 Ng4 32. Rf1 Qd7 33. e4 Bd4+ 34. Kh1 Kg7 35. Bh3 Rh8 36. Kg2

Der weiße Angriff sah zwischenzeitlich bedrohlich aus, allerdings verfügen die schwarzen Leichtfiguren über exzellente Felder im Zentrum und selbst der König konnte die 8. Reihe für die Türme räumen. Sowohl Da4 als auch Se5 halten nun leicht den schwarzen Vorteil fest, mit dem von mir bevorzugten Sh6 lässt sich allerdings noch etwas länger spielen…

Nh6 37. exf5 Bf6 38. Ne4 Qa4 39. Re3 b5 40. cxb5 Qxb5 41. Qf3 Bd4 42. f6+ exf6 43. Nxf6 Bxe3 44. Qxe3 Qb2+ 45. Rf2 Qe5 46. Qxe5 dxe5 47. Nd7 Rbd8

Der Pulverrauch hat sich verzogen und obwohl beide Seiten in den letzten Zügen nie die besten Züge gespielt haben, hat sich an der Stellungsbeurteilung nichts wesentliches geändert. Der Rest ist, wie immer, Sache der Technik.

48. Rd2 c4 49. Rc2 f5 50. Nb6 Rd6 51. Nxc4 Rxd5 52. Ne3 Rd3 53. Nxf5+ Nxf5 54. Bxf5 Rd6 55. Kf3 Kf6 56. Be4 Rb8 57. Rc3 a5 58. Ra3 Rb5 59. Bh7 Rd4 60. Bd3 Rbb4 61. Bc2 Rb2 und Weiß überschritt die Zeit 0-1

Der Einstand in die Liga ist mit 2/2 geglückt und die 2200 in schon fast spürbarer Nähe!

Abschlussbericht OIS München

Da der Start mit 3/4 gut gelungen war, traf ich dann in der 5. Runde auf FM Ludwig Deglmann, welcher für die Schachabteilung von Bayern München in der 1. Bundesliga spielt:

Kurz –  Deglmann, OIS (5)
1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nd2 a6 4. Ngf3 c5 5. dxc5 Bxc5 6. Bd3 Nc6 7. c3 Nf6 8. Qe2 dxe4 9. Nxe4 Nxe4 10. Bxe4 h6 11. Bf4 O-O 12. O-O Qf6 13. Bg3 Rd8 14. Rad1 Bf8 15. Bc2 Rxd1 16. Rxd1 g6 17. Ne5 Nxe5 18. Bxe5 Qg5 19. g3 b5 20. h4 Qe7 21. h5

Weiß ist mit einem Entwicklungsvorsprung aus der Eröffnung gegangen und hat diesen konsequent genutzt.  Nun verbietet sich g5, da ansonsten der Doppelangriff De4 sofort die Partie entscheidet.

Bb7 22. hxg6 f5 23. g7 Bxg7 24. Bxg7 Kxg7 25. Bxf5 Re8 26. Qe5+ Kg8 27. Be4 Bxe4 28. Qxe4 Qf6 29. Rd7 Re7 30. Rd8+ Kg7 31. Qg4+ Qg5 32. Qxg5+ hxg5 33. Ra8


Weiß gewinnt einen zweiten Bauern und sollte ein gewonnens Endspiel erreicht haben. Allerdings verteidigt sich mein Gegner zäh und ich wähle fast immer die „zweitbeste Forsetzung“, so dass nochmal 3h Spielzeit nötig waren…

Rd7 34. Rxa6 Rd2 35. Rxe6 Rxb2 36. Rb6 Rxa2 37. Rxb5 Kf6 38. Rc5 g4 39. Rc8 Rc2 40. c4 Ke6 41. Rc5 Kd6 42. Rd5+ Ke6 43. Rd4 Rc1+ 44. Kg2 Kf5 45. Rd5+ Ke6 46. Rd4 Kf5 47. Rf4+ Kg5 48. Kh2 Kh5 49. Rd4 Kg5 50. Rd5+ Kf6 51. c5 Kg6 52. Kg2 Kf6 53. f4 gxf3+ 54. Kxf3 Rc3+ 55. Kg4 Rc4+ 56. Kh3 Ke6 57. Rh5 Rc1 58. g4 Kf6 59. Rf5+ Kg6 60. Kg3 Rc3+ 61. Kf4 Rc4+ 62. Kf3 Kg7 63. Rd5 Kf6 64. Kg3 Ke6 65. Rf5 Rc3+ 66. Kf4 Rc1 67. Kg5 Rc4 68. Rf6+ Ke5 69. Rc6 Kd5 70. Rc8 Ke6 71. c6 Kf7 72. Kh5 Rc1

Ein letztes Mal besteht die Chance „fehlzugreifen“: nach c7, Kg7 gehts es nicht recht für Weiß weiter.

73. Rc7+ Kg8 74. Kg6 Kf8 75. Rc8+ Ke7 76. c7 Kd7 77. Rd8+ Kxc7 78. Rd2 1-0

Die nächste Runde brachte mit dem Vorjahres- und späteren Turniersieger, dem Australier IM Alexander Wohl, ein schweres Los. Zu allem Unglück entstand auch noch eine Stellung, welche mein Gegner bereits einmal mit der Hilfe GM Lewon Aronjans, der zeitgleich bei der Schacholympiade für Armenien am ersten Brett spielte, anlysiert hatte. Spannend wurde es dennoch einmal:

Wohl – Kurz, OIS (6)
1. e4 c6 2. c4 d5 3. exd5 cxd5 4. cxd5 Nf6 5. Nc3 Nxd5 6. Nf3 Nc6 7. Bb5 e6 8. O-O Be7 9. d4 O-O 10. Re1 Ncb4 11. a3 Nxc3 12. bxc3 Nd5 13. Bd3 b6 14. Ne5 Bb7 15. Qf3 Rb8 16. Qh3 f5 17. c4 Nc7

Ich griff in der Eröffnung fehl (statt Scb4 wäre Ld7 „normal“ gewesen) und fand mich in dieser grauenhaften Stellung wieder. Weiß hat gewaltigen Angriff und könnte nun mittels d5 den Bauern f5 entwurzeln und weitere Linien und Diagonalen öffnen, was schnell zum schwarzen Untergang führen sollte. Mein Gegner entschied sich allerdings für das solide Lb2, worauf ich mit dem Bauernopfer b5 (erobert das Feld d5 für die schwarzen Figuren) nochmal ins Spiel zurück kam.

18. Bb2 b5 19. c5 Bd5 20. Bc2 a5 21. Bb3 Bf6 22. Rac1 Bxe5 23. Rxe5 Qd7 24. Bd1

Hier sollte das „einfache“ Dc6 Schwarz mindestens gleiches Spiel sichern. Mögliche Folge wäre f3, b4 und ein Spiel mit beiderseitigen Chancen.

Rf6 25. c6 Qd6 26. Qc3 Rb6 27. Qxa5 Rxc6 28. Rxc6 Qxc6 29. Re3 Bxg2 ein Fehler, Se8 Tc3; Db7 Dd8; Tf8 erscheint durchaus spielbar 30. d5 Nxd5 31. Bxf6 Nxf6 32. Rc3 Qd6 33. Rc8+ Ne8 34. Rxe8+ Kf7 35. Qd8 1-0

Es folgten in Runde 7 und 8 zwei Remis gegen FM Lentrodt und FM De Francesco:

Kurz – Lentrodt, OIS (7)


Ein Remisangebot meines Gegners lehnte ich bereits ab, da Weiß die aktiveren Figuren besitzt und vor allem der schwarze Turm nur noch zwischen den Feldern a7 und a8 pendeln kann. In dieser Stellung hat ich die interessante Idee die Bauern nach f3,g3 und h3 zu stellen und anschließend g4+ hxg4, fxg4 Kg5, h4! Kxh4, Txf6 Kxg4, Ke5 zu spielen, umso den schwarzen König abzuschneiden. Allerdings dachte ich, dass sich in dieser Variante zu viele Bauern tauschen und entschied mich dafür, langsam meine Stellung zu verbessern und mit dem König irgendwann einzudringen. Leider übersah ich eine Möglichkeit für Schwarz den Turm zu aktivieren und es wurde Remis.

Kurz – De Francesco, OIS (8)

In dieser Stellung des Tarrasch-Franzosen sollte ich einfach ruhig mit Tad1 den Bauern auf d4 decken, wonach die Züge Se5 und Lb1 den schwarzen vor gewisse Probleme stellen würde. Ich entschied mich allerdings für das sofortige Se5 und wenig später für eine Zugwiederholung. Etwas feige gespielt, meinerseits!

Da ich eine ordentliche Buchholz hatte, konnte ich mir bei einem Sieg in der letzten Runde wohl noch Hoffnung auf einen Preisrang machen:

Mack – Kurz, OIS (9)
1. e4 c6 2. c4 d5 3. exd5 cxd5 4. cxd5 Nf6 5. Nc3 Nxd5 6. Nf3 Nc6 7. Bc4 e6 8. O-O Be7 9. d4 O-O 10. Re1 a6 11. Ne4 Nf6 12. Qd3 Na5

Die gleiche Variante, wie in Runde 6 gegen IM Wohl. Mein Gegner hat sich doch hoffentlich nicht vorbereitet?! Wohl kaum, da in der Diagrammstellung Schwarz den gefährlichen weißfeldrigen Läufer gegen seinen Springer tauscht und danach mit einem gewaltigen Läuferpaar und Druckspiel gegen den Isolani verbleibt.

13. Nfg5 Nxe4 14. Nxe4 Nxc4 15. Qxc4 Bd7 16. Be3 Rc8 17. Qe2 Bc6 18. Nc3 Qa5 19. Bd2 Qf5 20. Ne4 Qd5 Weiß verliert den Bauern auf d4, aber die Aufgabe erschien mir dennoch etwas früh, eigentlich wurde es ja gerade spannend… Gut, dass mein Gegner mich nicht kannte und sich von meiner Spielstärke hat beeindrucken lassen…;-)
0-1

Somit konnte ich das Turnier mit 6/9 beenden und erreichte noch den 10. Rang, was sogar noch ein kleines Preisgeld bedeutete. Ein (inoffizielles) Eloplus von ca. 35 kann sich ebenfalls sehen lassen, so dass ich mit Apolda jetzt bei ca. 2185 stehe und die 2200 vielleicht noch erreichen will… Ach ja und die Weisheit des Turniers bzw. des Aufenthaltes in München: Oktoberfest muss man nicht gesehen haben…